Agroforst im Wandel der Zeit

Schweine im Wald zur Mast ©Stocksnap


In Westeuropa geht die bewusste Verbindung von Gehölzen mit Ackerpflanzen und/ oder Tieren bis ins frühe Mittelalter zurück, wo bereits zahlreiche Agroforstsysteme, sowohl im Offenland als auch im Wald bestanden; Bäume und Sträucher dienten (ebenso wie heute) der Begrenzung von landwirtschaftlichen Flächen, dem Wind- und Erosionsschutz, sowie der Frucht- und Holzproduktion, zusätzlich zur landwirtschaftlichen Produktion, und ein Großteil der Wälder wurde als Waldweide (z.B. für die Schweinemast) genutzt.


Durch die Einführung von Fruchtfolgen im späten Mittelalter, vor allem aber durch den Einsatz von chemischen Düngemitteln im 18./ 19. Jahrhundert verlor der Nährstofftransfer zwischen Gehölzkulturen und Ackerkulturen nach und nach an Bedeutung. Im Zuge der Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft wurden die als störend empfundenen Gehölze systematisch von den Ackerflächen entfernt, und es kam zu einer Trennung von Land- und Forstwirtschaft. Die Agrarförderpolitik Ende des 20. Jahrhunderts trug zu einem weiteren Rückgang traditioneller Agroforstsysteme in Westeuropa bei.

Traditionelle Landwirtschaft mit Bäumen in Luxemburg ©Anna Voelske

Modernes Agroforstsystem auf dem Gladbacher Hof ©Laura Kawerau


Heute, vor allem angesichts der immer stärker spürbaren Folgen des Klimawandels, rücken die ökologischen, ökonomischen und sozialen Vorteile von Agroforstsystemen wieder zunehmend ins Bewusstsein, und  moderne Agroforstsysteme entstehen.
Da man auf den Maschineneinsatz in der Landwirtschaft heute nicht mehr verzichten kann, werden Bäume und Sträucher dabei so auf den Ackerflächen angelegt, dass die maschinelle Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen möglichst wenig beeinträchtigt wird (v.a. in Alley-Cropping-Systemen).